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Endlich liegt der Frühling in der Luft. Nach langen Wochen mit Dauerfrost, Schnee und Eis schauen die ersten Winterlinge und Krokusse aus dem Erdreich. In der Landwirtschaft beginnt die erste arbeitsintensive Zeit auf den Feldern. Im März wird vielerorts mit Gülle und Mist, Gärresten aus Biogasanlagen oder mineralischem Dünger gedüngt, um den erwachenden Pflanzen ideale Startbedingungen für das Wachstum zu bieten.

 

Doch warum wird auf den Feldern gedüngt? Pflanzendüngung lässt sich auch als Pflanzenernährung bezeichnen. Mit jedem Wachstumsprozess entzieht die heranwachsende Pflanze, also beispielsweise Getreide, Raps oder Erdbeeren, dem Boden Nährstoffe. „Mit der Ernte der Früchte werden Nährstoffe abtransportiert und stehen somit dem Boden nicht mehr zur Verfügung. Um zu verhindern, dass der Boden immer nährstoffärmer wird, müssen die entzogenen Stoffe durch den Einsatz von Dünger ergänzt werden,“ erklärt Landwirtin Kristin Schultz aus Karolinenkoog im Kreis Dithmarschen. „So können wir nicht nur die Erträge sichern, sondern auch die Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit erhalten.“

Mithilfe einer Bodenuntersuchung werden die im Boden pflanzenverfügbaren Nährstoffe bestimmt. Da je nach angebauter Kultur der Nährstoffbedarf variiert, kann die Düngeplanung durch den Landwirt jedes Jahr entsprechend angepasst werden. „Es wird nur so viel gedüngt, wie die Pflanzen benötigen. Die maximale Düngermenge ist durch die gesetzlich verankerte Düngeverordnung vorgegeben und betriebswirtschaftlich untermauert. Ab einem bestimmten Punkt ist es unrentabel, die Düngermenge weiter zu steigern, da der damit erreichte Mehrertrag immer geringer ausfällt,“ erklärt die Ackerbäuerin.

 

Landwirtin Kristin Schultz sieht sich in diesem Jahr mit besonderen Herausforderungen konfrontiert:Die Preise für mineralischen Dünger sind durch die globalen Unruhen insbesondere durch den Krieg im Iran in kurzer Zeit explodiert. Landwirte kaufen Dünger oftmals schon im Vorjahr. Dies war aus heutiger Sicht auch genau richtig, denn aktuell steigen die Düngerpreise täglich in schwindelnde Höhen. Bei niedrigen Getreidepreisen klafft die Schere zwischen Aufwand und Ertrag im Moment weit auseinander. Die Straße von Hormus ist nicht passierbar und die produzierenden Werke werden beschossen. Da viele Düngemittel aus dem Nahen und Mittleren Osten stammen, werden die Preise vermutlich weiter steigen. All diese Szenarien beschäftigen uns Landwirte im Moment sehr.“

Bauernverband Schleswig-Holstein