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Foto: pixabay; Bearbeitung: Dierk Paasch

1. Allgemeine Informationen

Allgemeine Hintergrundinformationen zur Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in einem Fragen und Antworten-Katalog zusammengestellt.

Allgemeine Informationen finden Sie hier zu folgenden Themen:

Bundesinstitut bestätigt: Afrikanische Schweinepest für den Menschen ungefährlich

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist nicht auf den Menschen übertragbar.

Daher ist auch der Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen, gesundheitlich unbedenklich.

Dies hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Pressemeldung bekannt gegeben. Darin heißt es: "Der Erreger der ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Weder vom direkten Kontakt mit kranken Tieren noch vom Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen, geht ein Risiko für die Gesundheit aus.“

Für weitergehende Informationen hat das BfR auf seiner Webseite Fragen und Antworten zur ASP zusammengestellt.

Zaunbau gegen ASP: Brüssel bereit zu finanzieller Beteiligung

15.04.2021

Wie das BMEL heute bekannt gab, will sich die EU finanziell am Zaunbau zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Afrikanische Schweinepest beteiligen. Brandenburg und Sachsen würden 9 Millionen Euro Unterstützung aus Brüssel erhalten. 

Zäune seien im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest ein wichtiger Baustein, heißt es in der Pressemeldung. Der Zaunbau und die Finanzierung falle dabei in den Zuständigkeitsbereich der Bundesländer. Die Kommission hat nun signalisiert, auf Grundlage der angegebenen Kosten eine Finanzhilfe in Höhe von 9 Millionen Euro für Sachsen und Brandenburg zu gewähren. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft will die Bundesländer bei der weiteren Antragstellung unterstützen.

Welche Rolle der Zaunbau bei der Bekämpfung der Tierseuche spielt und wie dieser eingesetzt wird, können Sie hier im Details erfahren. 

Deutschland, Polen und Tschechien vereinbaren abgestimmte Maßnahmen

23.03.2021

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, ihr polnischer Amtskollege, Grzegorz Puda, und ihr tschechischer Amtskollege, Miroslav Toman, haben sich in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) gemeinsame Maßnahmen beschlossen, heißt es in einer Pressemeldung des Bundesministeriums für Landwirtschaft.

In einer gemeinsamen Erklärung vereinbarten die Minister der drei Länder unter anderem:

  • die Bekämpfungsmaßnahmen in den Grenzgebieten intensiver abzustimmen,
  • die Kadaversuche und den Bau bzw. die Wartung von Wildschweinbarrieren besser zu koordinieren,
  • auf lokaler und regionaler Ebene den Informationsaustausch ugrenzüberschreitend, direkt und unkompliziert zu ermöglichen,
  • die Bejagung von Wildschweinen zu verstärken, um die Wildschweinpopulation zu verringern und so das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus zu vermindern und dabei auf Drück- und Treibjagden im Grenzgebiet (20 Kilometer) verzichten.

In einer gemeinsamen Initiative wollen die Länder zudem bei der EU mehr Finanzmittel für Entschädigungen, Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen einfordern. 

Die gemeinsame Erklärung, mit der die vertiefte Zusammenarbeit von Deutschland, Polen, Tschechien bei der Bekämpfung der ASP formalisiert wurde, finden Sie hier:

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Tiere/Tiergesundheit/Tierseuchen/deklaration-asp.html

Erste Export-Vereinbarungen mit Regionalisierungskonzept

Obwohl Hausschweinbestände in Deutschland bislang nicht von der ASP betroffen sind, haben zahlreiche Drittländer Deutschland für den Export von Schweinefleisch gesperrt. Nachdem bereits Thailand wieder Schweinefleischlieferungen aus Deutschland erlaubt hatte, folgt jetzt eine weitere Entwicklung, die sich positiv auf den Export von Schweinefleisch aus Deutschland auswirken dürfte.

Das BMEL teilte mit, dass in intensiven Verhandlungen mit Singapur und Vietnam nun Export-Vereinbarungen mit sogenanntem „Regionalisierungskonzept“ vereinbart werden konnten. Das bedeutet, dass der Export von Schweinefleisch aus ASP-freien Gebieten möglich ist. Deutschland kann ab sofort wieder frisches Schweinefleisch dorthin exportieren.

Zudem ist es gelungen in Verhandlungen mit Brasilien, Argentinien, Südafrika und Südkorea Ausnahmen von der vollständigen Exportsperre für behandelte/verarbeitete Schweinefleischerzeugnisse oder Produkte vom Schwein zu erreichen.

Die Änderung dürfte sich nicht auf große Exportmengen beziehen. Aber gerade für Schlachtnebenerzeugnisse wie Ohren, Pfoten und Schwänze, die sonst kaum auf dem europäischen Markt abzusetzen sind, ist der asiatische Markt wichtig. Außerdem könnte dies auch eine Signalwirkung für andere Exportregionen haben. 

Regionalisierung weiter voranbringen

Auf höchster Ebene laufen derzeit Gespräche zwischen dem deutschen Bundeslandwirtschaftsministerium mit den Behörden der chinesischen Volksrepublik und anderer Drittstaaten Gespräche über die Möglichkeit einer Regionalisierung bei Schweinefleisch-Exportabkommen. Eine Entscheidung Chinas zu den bisherigen Bemühungen steht allerdings weiterhin aus.

Entwicklung in Brandenburg

Weitere Fälle in Brandenburg festgestellt (15.04.2021)

Nach Angaben des TierSeuchenInformationsSystems (TSIS) wurden in dieser Woche weitere ASP-Fälle i in Brandenburg festgestellt, berichtete ISN auf seiner Webseite. Glücklicherweise waren alle neuen Funde in den bereits bestehenden Restriktionsgebieten gelegen, sodass es keine räumliche Ausweitung gibt.

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wir vor frei von der Afrikanischen Schweinepest.

Frankfurt (Oder) wird zum "gefährdetes Gebiet" (26.03.2021)

In Frankfurt (Oder) gibt es zwei weitere positive Befunde auf Afrikanische Schweinepest (ASP). Damit erhöht sich die Zahl der durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigten Positivbefunde im Stadtgebiet auf acht. Die beiden aktuellen Fälle wurden in einem Bereich gefunden, der bislang nicht Teil des ausgewiesenen Kerngebietes war. Aus diesem Grund war eine Erweiterung der bisher festgelegten Restriktionszone erforderlich. Nach der Allgemeinverfügung vom 25.03.2020 gehört nun das gesamt Stadtgebiet der Stadt Frankfurt (Oder) zum gefährdeten Gebiet im Sinne der Schweinepst-Verordnung.

Die Gesamtzahl der Fälle bei Wildschweinen im Bundesgebiet erhöht sich auf aktuell 868 Fälle.

Fallwildfund im Stadtgebiet Frankfurt (Oder) (04.03.2021)

Im Bereich des nördlichen Gebiets der Stadt Frankfurt (Oder) wurde ein tot aufgefundenes Wildschwein positiv getestet. Der Kadaver wurde östlich vom Wildschweinzaun gefunden, der an der deutsch-polnischen Grenze errichtet wurde.

Der Fund verdeutlicht die Problematik des anhaltenden Drucks aus Polen. Solange keine ausreichenden Maßnahmen zur Tilgung der ASP in der Wildschweinpopulation auf polnischer Seite ergriffen werden, ist immer wieder mit einem ASP-Fall auf deutschem Gebiet zu rechnen.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Restriktionszonen ändert. Noch steht eine Entscheidung aus. Aktuell befindet sich Frankfurt (Oder) in der Pufferzone. 

Weitere Fälle kommen hinzu (18.02.2021)

Veterinäre und Tierseuchenexperten dürften kaum überrascht sein, dass aus Brandenburg weiter konstant neue Funde gemeldet werden. Die Suche nach Fallwild wird intensiv durchgeführt. Allein im laufenden Monat Februar waren es 76 neue Eintragungen im Tierseucheninformationssystem (TSIS). Im Jahr 2021 wurden 275, seit Beginn des Geschehens 662 gemeldet. Mit den weiteren 42 Fällen aus Sachsen steigt die Gesamtzahl für Deutschland auf 704. 

Erstmals wurde ein ASP-Fund im Landkreis Dahme-Spreewald, der an den Freistaat Sachsen angrenzt, entdeckt. Der Frischling wurde im nordöstlichen Kreisgebiet tot aufgefunden. Da der Fundort des Kadavers in unmittelbarer Nähe zur Oder-Spree-Kreisgrenze und in dem bestehenden Kerngebiet liegt, hat der Fund keine Auswirkungen auf die bereits im Dahme-Spreewald-Kreis festgelegten Restriktionszonen.

Der Trend weiterer Funde dürfte zunächst weiter anhalten. Ist der Erreger der ASP erst einmal in einer Region angekommen, dauert es sehr lange, bis man ihn aus der Umwelt wieder entfernt hat. Dafür ist das Virus zu beständig und kann zu lange in der Umwelt überleben. 

Hausschweine weiterhin nicht betroffen

Um so wichtiger ist es, dass Hausschweinbestände nach wie vor nicht betroffen sind. Dennoch haben bisher zahlreiche Drittländer Deutschland für den Export von Schweinefleisch gesperrt. Auf höchster Ebene laufen derzeit Gespräche zwischen dem deutschen Bundeslandwirtschaftsministerium und den Behörden der chinesischen Volksrepublik und anderer Drittstaaten über die Möglichkeit einer Regionalisierung bei Schweinefleisch-Exportabkommen. Antworten dazu stehen weiterhin aus.

Fallwildfunde außerhalb der Kernzone positiv (20.01.2021)

Wie das Land Brandenburg in einer Pressemeldung vom 20.01.2021 mitteilte, wurde mit ASP infiziertes Fallwild außerhalb der Kernzone gefunden. Von insgesamt 30 neuen Fällen stammen zwei von Fallwildfunden, die rund zwei Kilometer außerhalb des Kerngebietes im Landkreis Märkisch-Oderland geborgen wurden. Die Fundorte liegen innerhalb des bereits bestehenden Gefährdeten Gebiets in der eingerichteten Weißen Zone, aber außerhalb des umzäunten Kerngebietes. Das Kerngebiet wird aufgrund dessen erweitert und die Suche intensiviert. In Brandenburg wurden damit 527 Fälle insgesamt gemeldet. Auf die Landkreise verteilt stellt sich die Situation so dar:

  • 321 Fälle im Landkreis Oder-Spree  
  • 35 Fälle im Landkreis Spree-Neiße
  • 171 Fälle im Kreis Märkisch-Oderland 

Aufatmen - Entwarnung für den ASP-Verdachtsfall in Potsdam (09.01.2021)

Der Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein-Kadaverfund in Groß Glienicke bei Potsdam wurde nicht bestätigt. Durch umfangreiche, zusätzliche Untersuchungen durch das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) konnte der Verdachtsfall ausgeschlossen werden.

Das teilte das Land Brandenburg heute früh in einer Pressemitteilung mit. 

ASP-Verdachtsfall in der Nähe von Potsdam (08.01.2021)

Wie das Ministerium in Brandenburg am 08.01.2021 mitteilte, wurde bei einem Kadaverfund in Groß Glienicke nördlich der Brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam bei einem Wildschwein-Kadaver der Verdacht auf Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt. Der Befund wurde zur Abklärung in das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) gesandt.

Sollte sich der Fund bestätigen, hätte die Tierseuche einen erheblichen "Sprung" aus den bisherigen Restriktionszonen in Brandenburg und Sachsen nahe der polnischen Grenze gemacht. Bis zur finalen Bestätigung sollten hierzu aber weitere Mutmaßungen zunächst hinten anstehen.

Funde mehren sich - 463 Fälle (07.01.2021)

Die Zahl der ASP-Funde bei Wildschweinen in Brandenburg summiert sich aktuell auf 463. Dabei konzentriert sich die Mehrzahl der Funde auf den Landkreis Oder-Spree mit aktuell 288 Fällen. Insgesamt stellt sich die Situation so dar:

  • 288 Fälle im Landkreis Oder-Spree  
  • 28 Fälle im Landkreis Spree-Neiße
  • 147 Fälle im Kreis Märkisch-Oderland 

Derweil wird weiter intensiv um das Kerngebiet des Ausbruchsgeschehens eine "weiße Zone" eingerichtet. Konkret handelt es sich um einen etwa fünf Kilometer breiten Streifen, der das Kerngebiet wie einen Halbkreis bis an die Grenze zu Polen umschließt. Sie soll mit zwei festen Drahtzaun-Reihen – einem äußeren und einem inneren Zaun – gesichert werden. Sobald beide Zaunreihen fertiggestellt sind, soll der Wildschweinbestand im Zwischenraum, also der "weißen Zone", möglichst vollständig erlegt werden. Ziel ist ein wildschweinfreies Gebiet, um so das Risiko einer möglichen Weiterverbreitung des ASP-Virus in bisher ASP-freie Gebiete zu minimieren, heißt es in einer Pressemeldung des BMEL von 21.12.2020

311 Fälle in Brandenburg (17.12.2020)

Laut amtlicher Meldung des Landes Brandenburg wurden bis zum 16.12.2020 in Brandenburg 307 an ASP infizierte Wildschweine gefunden. Im offiziellen Informationssystem für Tierseuchen wurden am 17.12.2020 vier weitere Fälle aus dem Landkreis Märkisch-Oderland gemeldet, sodass insgesamt von 311 Tieren  auszugehen ist. 

Alle Fälle wurden bislang innerhalb der bestehenden Gefährdeten Gebiete in den Landkreisen Spree-Neiße, Oder-Spree und Märkisch-Oderland lokalisiert. Aufgrund der neuen Meldungen kam daher nicht zu einer Ausweitung der Restriktionszonen.

Eine Kartenübersicht der Restriktionszonen ist auf der Webseite des Verbraucherschutzministeriums Brandenburg zu finden.

244 amtlich bestätigte ASP-Fälle (03.12.2020)

Die Seuchenbekämpfung in Brandenburg läuft mittlerweile deutlich ruhiger ab. Man hört nicht mehr viel, was gut ist und bedeutet, dass die handelnden Beteiligten sich routinierter mit der Situation auseinandersetzen, als es zu Beginn den Anschein hatte.

Funde bei Wildschweinen gibt es aber weiterhin in der Region. Bis zum 3.12.2020 wurden über das TierSeuchenInformationsSystem (TSIS) 244 Fälle bei Wildschweinen in Deutschland gemeldet, über 40 neue Wildschweinfunde allein am 03.12.2020 in Brandenburg. Nur einen Tag zuvor, wurden weitere 7 Fälle in Sachsen bestätigt. 

Die meisten der infizierten Wildschweine wurden von der Oderinsel bei Küstrin-Kietz im Landkreis Märkisch-Oderland geborgen. Dort hatte man mithilfe von Drohnen Anfang Oktober mehrere Wildschweinrotten entdeckt, die dann aus unerklärlichen Gründen zwischenzeitig nicht mehr aufzufinden waren.  Da die Insel unter anderem als munitionsbelastet gilt, hatte man sich darauf beschränkt, die Insel einzuzäunen und die Schwarzkittel intensiv zu beobachten.

Insgesamt stellt sich die Situation zum 03.12.2020 so dar:

229 Fälle in Brandenburg

  • 153 Fälle im Landkreis Oder-Spree  
  • 14 Fälle im Landkreis Spree-Neiße
  • 62 Fälle im Kreis Märkisch-Oderland 

Restriktionszonen verkleinert (02.12.2020)

In Brandenburg wurde die Gebietskulisse geändert. Das gefährdete Gebiet wurde verkleinert und umfasst nun wieder 2 gefährdete Gebiete. Die ursprüngliche Gebietskulisse war Teil eines vorläufigen Durchführungsbeschlusses der EU-KOM, der bis zum 30.11. galt. Aufgrund der Ergebnisse der umfangreichen Fallwildsuche konnte die Gebietskulisse fachgerecht angepasst werden und die neue Kulisse an die EU übermittelt werden. Die neuen Gebiete sind nun dauerhaft Bestandteil des EU-Durchführungsbeschlusses.

Problematisch für die Fallwildsuche und die Jagd im Kerngebiet und der weißen Zone hat sich offenbar der Anbau von Mais, Sonnenblumen, Sudangras, Roggen und Winterraps gezeigt. Um zukünfitg die Tierseuchenbekämpfung auch bei fortgesetztem Anbau dieser Feldfrüchte zu gewährleisten, soll ein Leitfaden zur Anlage und Bewirtschaftung dieser Kulturen unter Beteiligung des Landesbauernverbandes erstellt werden. Vermehrte Anzahl an Jagdschneisen oder kleinere Schlaggrößen wären denkbare Vorgaben beim Anbau dieser Kulturen in den Restriktionszone.

Wildschweinentnahme in der "Weißen Zone" beginnt (01.12.2020)

In einer Pressemitteilung des Landes Brandenburg heißt es, dass Wildschweine nun in der ersten weißen Zone gezielt entnommen werden sollen. Der Bau eines 125 km Zaunes zur Einrichtung einer sogenannten "Weißen Zone" um das erste Kerngebiet wurde abgeschlossen. Er umfasst ein Gebiet von rund 250 km². In diesem Gebiet soll die vollständige Entnahme des Schwarzwildes erreicht werden. Hierzu hat man mehr als 120 Lebendfallen aufgestellt. Neben der Fallenjagd sind Einzel- und Bewegungsjagden auf Anordnung der Behörden möglich. Für die Entnahme und Ablieferung zahlt das Land eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro (unter 30 Kilo Lebendgewicht) und 50 Euro (über 30 Kilo Lebendgewicht). Andere Wildarten dürfen in dem Gebiet vorläufig nicht bejagt werden.

In den Restriktionszonen außerhalb der weißen Zone gibt es keine jagdlichen Einschränkungen.

134 Fälle - Pufferzone zum 06.11.2020 erweitert (06.11.2020)

Inzwischen ist die Zahl der ASP-Fälle in Deutschland auf 134 angestiegen. Auch um die Ortschaft Friedland im Kreis Oder-Spree wurde weitere Fälle gefunden. Diese liegen innerhalb des neuen, dritten Kerngebiets. Seit dem 06.11.2020 gelten nun auch die erweiterten gefährdeten Gebiete und die Pufferzone. Letztere reicht nun auch bis in den nördlich von Brandenburg gelegenen Landkreis Barmin und ist seit dem 06.11.2020 gültig. 

Aktuell 115 ASP-Fälle bei Wildschweinen vom FLI bestätigt (30.10.2020)

Wie uns mitgeteilt wurde, sind zum 30.10.2020 insgesamt 115 ASP-Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg vom FLI bestätigt worden. Darunter ist auch ein Fall vom 30.10.2020, der bei einem verendet aufgefundenen Wildschwein-Frischling in Groß Briesen in der Gemeinde Friedland im Landkreis Oder-Spree nachgewiesen wurde. Der Fundort liegt im ausgewiesenen gefährdeten Gebiet, jedoch außerhalb des eingerichteten Kerngebiets um Neuzelle.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass es sich bei dem Ausbruch um ein eigenständiges Seuchengeschehen handelt. Daher wird um den Fundort ein neues Kerngebiet eingerichtet und das bisherige gefährdete Gebiet sowie die Pufferzone entsprechend erweitert, heißt es in einer uns vorliegenden Meldung.

94 Fälle nachgewiesen (27.10.020)

Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut – hat das ASP-Virus in mittlerweile insgesamt 94 Proben nachgewiesen. Am 23.10.2020 wurde der Erreger bei fünf weiteren Wildschweinen im Kerngebiet der Landkreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland nachgewiesen. Am 27.10.2020 wurden weitere drei Positiv-Ergebnisse gelmeldet. Insgesamt steigt die Zahl der bestätigten ASP-Fälle in Brandenburg damit auf 94.

Insgesamt sind es jetzt 86 Fälle (22.10.2020)

Am 22.10.2020 hatte das BMEL informiert, dass sich der amtliche Verdacht bei sechs weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt hatte und die Zahl damit bereits auf 86 Tiere gestiegen war. Die sechs Wildschweine stammen aus dem ersten Kerngebiet – alle Funde liegen im Landkreis Oder-Spree. Tags zuvor (21.10.2020) wurde die Zahl bereits auf 80 Fälle korrigiert.  Dabei verteilten sich diese auf 14 Fälle im Landkreis Spree-Neiße 14, 63 Fälle im Landkreis Oder-Spree und bisher nur 3 Funde im Landkreis Märkisch-Oderland.

In den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße läuft die Errichtung eines festen Zauns im Abstand von 5 km zum Kerngebiet. Der Zaunbau dient zur Schaffung einer sogenannten "weißen Zone", in der kein oder nur wenig Wildschweine leben. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, wird der mobile Zaun rund um das Kerngebiet ebenfalls durch einen festen Zaun ersetzt. Auch entlang der ganzen brandenburgischen Grenze zu Polen, soll ein fester Zaun errichtet werden.

Unterdessen zeichnen sich weitere Erleichterungen bei den Ernte- und Nutzungsverboten ab. In der laufenden Woche wurden landwirtschaftlichen Flächen in einzelne Regionen im gefährdeten Gebiet wieder gänzlich zur Bewirtschaftung freigegeben.

53 also - Zahl der ASP-Fälle steigt weiter (08.10.2020)

In Brandenburg ist die Zahl der nachweislich an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendeten Wildschweine auf 53 gestiegen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte am 08.10.2020 einen weiteren Fall der Tierseuche im Kerngebiet um die Ortschaft Bleyen, Kreis Märkisch-Oderland. Bei diesem neuen Fall handelt es sich um einen Wildschweinkadaver, der nach Einschätzung des FLI bereits seit mehreren Wochen am Fundort gelegen haben musste. 

Die weiteren neuen Funde liegen innerhalb des ersten Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree. 

Anpassung der Restriktionszonen (06.10.2020)

Die in Brandenburg zur Seuchenbekämpfung eingerichteten Restriktionszonen wurden vergrößert. Es gibt nun zwei Kerngebiete und ein zusammenhängendes gefährdetes Gebiet. Das bisherige gefährdete Gebiet wurde in nördlicher Richtung bis Märkisch-Oderland verlängert.

Das erste Kerngebiet um die Fundorte im Landkreis Spree-Neiße und im Landkreis Oder-Spree hat eine Fläche von rund 150 Quadratkilometern. Das zweite Kerngebiet um den Fundort im Landkreis Märkisch-Oderland hat eine Fläche von rund 45 Quadratkilometern.

Das jetzt festgelegte Seuchengebiet (sogenanntes gefährdete Gebiet) hat eine Fläche von rund 2.200 Quadratkilometern und umschließt nun Frankfurt (Oder).

Ersteintrag vermutlich schon im Juli  (05.10.2020)

Die intensive Suche nach Fallwild in Brandenburg, um die Afrikanische Schweinepest einzudämmen wird fortgesetzt. Die Zahl der bestätigten Fälle liegt mittlerweile bei 49.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) veröffentlichte nun Ergebnisse der epidemiologischen Untersuchungen aus dem ersten Kerngebiet. Unter den vielen Kadavern waren bisher vier Skelette ohne Gewebe, die am 18./19. September im Hotspot Dorchetal im Südwesten von Neuzelle (Oder-Spree) gefunden wurden. Laut FLI mussten diese vier Kadaver schätzungsweise circa 8 bis 10 Wochen am Fundort gelegen haben, bevor sie entdeckt wurden. Damit muss als Seucheneinschleppungszeitpunkt die erste Juli-Hälfte angenommen werden.

ASP in einem weiteren Landkreis Brandenburgs (30.09.2020)

Nach dem amtlich festgestellten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Schwarzwild in den Landkreisen Spree-Neiße und Oder-Spree wurde nun auch im Landkreis Märkisch-Oderland die Tierseuche bei einem Wildschwein nachgewiesen. Der Fall wurde am 30. September 2020 vom FLI bestätigt.

Ein zweites Kerngebiet mit einer Fläche von ca. 45 Quadratkilometer wurde im Landkreis Märkisch-Oderland bereits eingerichtet. Ein stromführender erster Schutzzaun soll bereits fertiggestellt worden sein.  Ob der Zaun auch entlang der Oder errichtet werden soll, wird in Absprache mit dem polnischen Nachbarkreis entschieden. 

Der genaue Verlauf wurde vom Landkreis Märkisch-Oderland veröffentlicht und kann hier abgerufen werden.

Als weitere Zone wurde eine "Pufferzone" (30 km Radius um den Fundort) angesprochen, deren Verlauf noch nicht näher beschrieben wurde.

Situation in den Kreisen Spree-Neiße und Oder-Spree (28.09.2020)

Auch in den weiteren Kreisen Spree-Neiße und Oder-Spree wurden weitere Positivfälle gemeldet. Laut Pressemeldungen ist die Gesamtzahl der ASP-Fälle bei Schwarzwild in diesen Regionen auf 45 gestiegen. Alle dort bestätigten ASP-Nachweise liegen nahe beieinander und wurden innerhalb des in diesen Kreisen ausgewiesenen “Kerngebiets” gefunden.

Kein Einzelfall in Deutschland (18.09.2020)

Mit der Entwicklung in Brandenburg steht fest, dass der am 10.09.2020 wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße gefundene Wildschwein-Kadaver kein Einzelfall war und das Geschehen sich in der Wildschweinpopulation der Region bereits ausgebreitet hat.

Das Land Brandenburg verstärkt seine Bemühungen. Die Suche nach toten Wildschweinen im gefährdeten Gebiet geht unvermindert weiter. 

Die Brandenburger Landesregierung hat ihren Krisenstab gegen die weitere Ausbreitung der ASP erweitert. Es werden Hubschrauber mit Wärmebildkameras und Drohnen eingesetzt, geschulte Suchtrupps sind im Einsatz und wurden zeitweise unterstützen durch Hundestaffeln aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. 

Außerdem erhalten Personen, die im gefährdeten Gebiet und in der Pufferzone ein totes Wildschwein finden und melden, für ihren Einsatz eine Aufwandentschädigung von 100 Euro. Wir erwarten weitere bestätigte ASP-Fälle. Am Donnerstag begann in Eisenhüttenstadt eine Technische Einsatzleitung mit der Arbeit. Fallwildsuchteams werden zum Einsatz ab dem Wochenende gebildet.

EU-Experten besuchen die betroffene Region (23.09.2020)

Experten eines EUVET-Teams der Europäischen Kommission waren am 23.09.2020 im Landkreis Dahme-Spreewald, um sich ein Bild von der ASP-Infektionslage vor Ort zu machen. Dieser Besuch kam nicht völlig überraschend. Das Expertenteam hatte auch schon die Ausbrüche in Tschechien, Belgien und Polen begleitet.

Erster ASP-Fall auf Deutschen Bundesgebiet (10.09.2020)

Am 10.09.2020 wurde der erste ASP-Fall beim Schwarzwild in Deutschland amtlich bestätigt. Das Tier wurde tot in einem Maisfeld im Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg in der Nähe der polnischen Grenze gefunden.

Der Kadaver lag nach Einschätzung des FLI bereits seit mindestens 2 Wochen dort, bevor er am 7. September gefunden und am 10. September vom Nationalen Referenzlabor am FLI als ASP-positiv bestätigt wurde.

Entwicklung in Sachsen

24.03.2021

Die Meldungen aus Sachsen reisen nicht ab. Auch im Freistaat werden immer wieder Wildschweinkadaver positiv auf das ASP-Virus getestet. Laut aktuellen Meldungen des TierSeuchenInformationsSystems (TSIS) wurde zuletzt am 22.03.2021 im Landkreis Görlitz ein weiterer Fund gemeldet.

Aufgrund der anhaltenden Ausbrüche hat der Freistaat Sachsen die Restriktionszonen im Landkreis Görlitz zum 12.03.2021 erweitert. In zwei Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen werden die neuen Gebietskulissen des gefährdeten Gebietes und der Pufferzone festgelegt. Innerhalb dieser Zonen gelten bestimmte Auflagen und Verbote.

Aktuell gibt es in Sachsen 69 bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest. Der erste Fall ist am 31.10.2020 bestätigt worden.

Verdachtsfälle bestätigt und weitere kommen hinzu (18.02.2021)

Die vier Fälle, die am 06.02.2021 noch in Abklärung waren, wurden am 08.02.2021 als ASP-positive Nachweise bestätigt. Weitere vier Funde wurden im öffentlichen TierSeuchenInformationsSystem (TSIS) am 12., 15. und 16. Februar 2021 eingetragen. Insgesamt gibt es in Sachsen damit 42 positive Fälle. Eine aktuelle Karte der betroffenen Region in Sachsenfindet Sie hier.

Mit den weiteren Fällen aus Brandenburg steigt die Gesamtzahl für Deutschland auf 702. 

12 weitere Fälle in Sachsen bestätigt (06.02.2021)

In Sachsen wurden in der vergangenen Woche 12 weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im bestehenden gefährdeten Gebiet bestätigt. Nach dem Fall Ende Januar außerhalb der Kernzone, wurden in Sachsen die Restriktionszonen ausgeweitet. Im Rahmen der anschließenden Fallwildsuche in dem erweiterten Gebiet wurden nun insgesamt 12 verendete Wildschweine positiv auf das ASP-Virus getestet. Die Fundorte liegen laut Mitteilung des zuständigen Ministeriums südlich der bisherigen Fälle in einem großen Naturschutzgebiet. Das Gebiet ist nur schwer zugänglich. 

Eine aktuelle Karte der betroffenen Region findet Sie hier.

Insgesamt gibt es jetzt in Sachsen 31 positive Fälle. Zudem gibt es weitere 4 Verdachtsfälle, deren Befundung noch offen ist.

Neuer Fall außerhalb des bisherigen gefährdeten Gebietes (22.01.2021)

Mit Pressemeldung vom 22.01.2021 informierte das BMEL, dass bei einem weiteren Wildschwein in Sachsen die ASP bestätigt wurde. Der Fundort liegt im Landkreis Görlitz (Rothenburg) und damit außerhalb des bisher definierten gefährdeten Gebietes, aber innerhalb der bestehenden Pufferzone um das aktuelle Seuchengeschehen. Die bestehenden Schutzzonen und Schutzmaßnahmen wurden entsprechend angepasst. Eine Karte zur aktuellen Situation finden Sie hier.

Die Fallzahlen steigen in Sachsen damit auf insgesamt 19 Tiere.

 

Ruhiger Verlauf bis zum Jahresende (31.12.2020)

Bis zum 31.12.2020 wurden über das TierSeuchenInformationsSystem (TSIS) in Sachsen insgesamt 17 Wildschweine gemeldet, die sich mit dem ASP-Erreger infiziert hatten. Dies lässt darauf schließen, dass  auf die Seuche in der betroffenen Region in Sachsen frühzeitig entdeckt und rechtzeitig eingedämmt werden konnte. Es ist zu hoffen, dass die bisherigen Bemühungen und Maßnahmen auch für die Zukunft die Eindämmung im Freistaat sicherstellen können.

15 Fälle in Sachsen - keine Erweiterung der Restriktionszonen (02.12.2020)

Zum 02.12.2020 vermeldete Sachsen 7 weitere Fälle, sodass sich die Gesamtzahl der ASP-Funde bei Wildschweinen in Sachsen auf insgesamt 15 erhöht. Alle Funde liegen in der Nähe des ersten Fundortes in der Gemeinde Krauschwitz im Landkreis Görlitz. Eine Erweiterung der bisherigen Restriktionszonen (Gefährdetes Gebiet und Pufferzone) ist daher nicht erforderlich.

Eine aktuelle Kartenübersicht und weitere Informationen zur Situation in Sachsen sind auf der Webseite des sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zu finden.

Bislang keine weiteren Fälle in Sachsen (06.11.2020)

Bislang wurden keine weiteren Fälle der ASP aus Sachsen gemeldet.

Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen zu verhindern, hat der Freistaat ein Gefährdetes Gebiet um die Abschussstelle des am 27.10. geschossenen Wildschweins in der Ortslage Krauschwitz/Pechern im Landkreis Görlitz eingerichtet. Für Jäger gilt in diesem Gebiet ein Jagdverbot für alle Tierarten. Weitere Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung wurden eingeleitet.

Unter anderem wurde eine intensive Suche nach Fallwild gestartet, um einen Überblick über die tatsächliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in der Region zu erhalten. Bislang wurden dabei keine weiteren infizierten Tiere identifiziert.

Erster ASP-Fall in Sachsen (31.10.2020)

Am 31. 10. 2020 hatte das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, dass ein am 27.10. im Landkreis Görlitz geschossenes Wildschwein mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert war.  

Das Wildschwein wurde im Rahmen einer Jagd erlegt, hatte keine Krankheitssymptome und wurde routinemäßig auf ASP untersucht. Dabei wurde bei dem Tier das ASP-Virus nachgewiesen. Der Fundort liegt in der Nähe der polnischen Grenze in der Gemeinde Krauschwitz in der Oberlausitz, Landkreis Görlitz. Ein zeitgleich geschossener Frischling wurde negativ getestet.

Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern

Bislang ist in Mecklenburg-Vorpommern noch kein Wildschwein positiv auf ASP getestet worden. Das Bundesland bereitet sich dennoch auf einen potenziellen ersten Fall vor. Lesen Sie hier Meldungen zu den bereits getroffenen Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern.

Hundestaffel ausgebildet (17.12.2020)

Schleswig-Holstein hat bereits frühzeitig Hundegespanne für die Suche von an ASP verendeten Wildschweinen ausgebildet. Seit dem 17.12.2020 hat Mecklenburg-Vorpommern nun auch zwölf ausgebildete Fallwildsuchhunde. 

Die Gespanne sollen eingesetzt werden, um verendete Tiere aufzuspüren und so helfen, den Ausbruch der ASP frühzeitig zu erkennen und das Einschleppen des ASP-Virus in gesunde Bestände zu verhindern. Nur wenige Bundesländer verfügen bereits über eigene Kontingente. Deshalb bilden einige Bundesländer eigene Suchhundegespanne aus und greifen dabei auf die Erfahrung aus Schleswig-Holstein zurück. Mehr Informationen zur Hundestaffel Schleswig-Holsteins finden Sie hier.

Zaunbau fertiggestellt (30.11.2020)

In einer Pressemitteilung des Landes Mecklenburg-Vorpommern heißt es, der ASP-Zaun entlang der deutsch-polnischen Grenze sei fertiggestellt. Der Zaun zieht sich entlang der Grenze zu Polen auf 63 km und wurde für 5 Jahre errichtet. Er soll eine Eintrag nach Mecklenburg-Vorpommern durch Wildwechsel verhindern.

Zugleich will das Land die Wildschweinbejagung intensivieren. Die Jagd sei ein weiterer wesentlicher Faktor im Kampf gegen die ASP.  Die Aufwandsentschädigung für erlegte Wildscheine wurde deshalb erhöht. Ab dem 1.12.2020 erhält man statt bisher 25€ zukünftig 50 € pro erlegtem Stück Schwarzwild. Intensive Drückjagden laufen seit Anfang November. Die zurückliegende Rekordstrecke von rund 96.000 Stück Schwarzwild im Jagdjahr 2019/20 zeige, dass die grüne Zunft dies auch erkannt und angenommen habe, heißt es in der Pressemeldung.

Bislang ist im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern noch kein Fall der ASP festgestellt worden.

"Weiße Zone"-Regelung entfristet - Bundesrat stimmt Änderung der Schweinepest-Verordnung zu

26.03.2021

Der Bundesrat hat heute einer Änderung der Verordnung zur  Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest zugestimmt. Konkret geht es darum, dass Wildschweinpopulationen in so genannten „weißen Zonen“ nun dauerhaft auf null reduziert werden können. Dies war nach § 14d Abs. 6 der Schweinepest-VO bislang nur bis zum 09. Mai 2021 befristet vorgesehen. In seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat der Entfristung zugestimmt, sodass die Möglichkeit der Anordnung  auf die Tötung aller Wildschweine, die sich in dem gefährdeten Gebiet oder in einem Teil dieses Gebiets befinden, auch auf einen längeren Zeitraum erstrecken kann - auch dauerhaft. 

In Brandenburg wurde im dortigen gefährdeten Gebiet eine sogenannte „weiße Zone“ eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein Gebiet, das als Schutzkorridor fungiert. Innerhalb dieser Zone wird der Wildschweinebestand möglichst auf null reduziert. Die "Weiße Zone" ist Teil der Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung. Ziel eines solchen wildschweinfreien Gebiets ist die Minimierung des Risikos einer möglichen Weiterverbreitung der Tierseuche in bisher ASP-freie Gebiete.

Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung

Oberstes Ziel ist es, die Tierseuche auf ein möglichst kleines Gebiet einzudämmen.

In Brandenburg sind vier Landkreise betroffen: Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland. Die dort angeordneten Maßnahmen ergeben sich aus der Schweinepest-Verordnung. Auch das Stadtgebeit der Kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) ist mittlerweile mit einbezogen.

Im Freistaat Sachsen sind im Landkreis Görlitz Maßnahmen eingeleitet worden.

 Zu diesen Maßnahmen gehören insbesondere:

  • Absperrung eines bestimmten Gebietes mit einem Radius von circa 20 Kilometern
  • Jagdverbot für alle Tierarten, um möglicherweise infiziertes Schwarzwild nicht unnötig aufzuschrecken
  • Beschränkung/Verbot Nutzung landwirtschaftlicher Flächen, z.B. Ernteverbot von Mais
  • Intensive Fallwildsuche, Bergung und Beseitigung aller Wildschweinkadavern
  • Überprüfung der schweinehaltenden Betriebe hinsichtlich der Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen

Die konkreten Beschränkungen werden auf Ebene der regional zuständigen Behörden getroffen.

Mittlerweile laufen die Vorbereitungen für die Einzäunung einer „Weißen Zone“ mit einem 5 km tiefen Streifen um das erste Kerngebiet im Landkreis Spree-Neiße. Diese Weiße Zone wird mit festen, schwarzwildsicheren Zäunen gesichert. Ziel ist es die Wildschweinepopulation innerhalb der Zone stark zu reduzieren. 

Restriktionszonen zur Seuchenbekämpfung

Im Gesetzestext heißt es, dass im Falle eines ASP-Ausbruchs bei Wildschweinen unterschiedliche Gebiete eingerichtet werden:

Um die Abschuss- oder Fundstelle des infizierten Wildschweins wird ein gefährdetes Gebiet eingerichtet. Für das gefährdete Gebiet wird ein Radius von 15 km um die Abschuss- oder Fundstelle des Wildschweins empfohlen.

Innerhalb des gefährdeten Gebietes kann ein zusätzliches "Kerngebiet" eingerichtet werden, in dem weitere Maßnahmen angeordnet werden können.

Das gefährdete Gebiet wird von der Pufferzone umgeben. Für die Pufferzone wird ein Radius von weiteren 15 km empfohlen. 

Die Größen der Restriktionszonen werden risikobasiert unter Berücksichtigung der möglichen Weiterverbreitung des Erregers, der Wildschweinpopulation, der Tierbewegungen, der natürlichen Grenzen sowie der Überwachungsmöglichkeiten durch die zuständige Behörde eingerichtet. Sie können daher auch größer oder kleiner ausfallen.

Errichtung eines festen Zauns 

Das Land Brandenburg hat angekündigt an in 2020 rund sechs Millionen Euro für den Bau von festen Wildschutzzäunen zur Verfügung zu stellen. Nach einer Pressemeldung vom 08.01.2021 bestehen Wildschutzzäune sowohl um Kerngebiete herum als auch entlang der deutsch-polnischen Grenze. Beispielsweise wurden entlang der Grenze in Mecklenburg-Vorpommern 63 Kilometer, in Brandenburg 127 km Kilometer und in Sachsen 56 Kilometer aufgestellt. Vorläufige mobile Elektrozäune werden sukzessive durch feste Zäune ersetzt. Die Errichtung eines festen Zaunes wird als erforderliche Maßnahme zur Bekämpfung und Eindämmung der ASP vor Ort angesehen und hat sich auch in anderen Mitgliedsstaaten wie Tschechien und Belgien als sinnvoll erwiesen. 

Auch Mecklenburg-Vorpommern und Bayern errichten Zäune entlang kritischer Regionen.

Errichtung einer "Weißen Zone" 

Daneben wurde in Brandenburg auch eine weitere sogenannte "Weiße Zone" eingerichtet. In diesem umzäunten Gebiet soll die Wildschweinpopulation so weit wie möglich reduziert werden, um den Kreislauf von Infektion-Verenden-Neuinfektion in der Wildschweinpopulation zu durchbrechen und damit eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern. Mittlerweile ist die Möglichkeit dieser Maßnahme durch gesetzliche Regelungen verstetigt worden, sodass eine Entnahme von Wildschweinen in diesem Gebiet dauerhaft möglich ist. 

Hundestaffeln unterstützen bei der Fallwildsuche

Intensive Fallwildsuche

Um den Fortgang der ASP einzugrenzen muss das verendete Wildschwein gefunden werden. Nur so kann die Verbreitung des ASP-Virus dauerhaft sichergestellt werden. Denn der Virus kann sehr lange in der Umwelt überdauern. So ist es möglich, dass sich an der Stelle, an der ein ASP-infiziertes Wildschwein verendet ist, noch Monate später ein gesundes Wildschwein den Virus wieder aufnimmt und sich ansteckt. Das macht die Bekämpfung der ASP in der Wildschweinpopulation so schwierig und die Bergung von Schwarzwildkadavern so wichtig.

Hundestaffel aus SH unterstützt

In Zukunft werden ASP-Suchhunde-Teams für die Schwarzwild-Fallwildsuche eine wichtige Rolle übernehmen. In Schleswig-Holstein gibt es inzwischen mehrere Gespanne mit Suchhunden, die speziell dafür ausgebildet wurden. Das Land Schleswig-Holstein hat diese Ausbildung zum Zwecke der Seuchenvorsorge mitfinantiert.

Die ausgebildeten Hundeführer aus Schleswig-Holstein sind in den letzten Wochen bereits drei mal in der betroffenen Region in Brandenburg zum Einsatz gekommen und haben dort bei der Fallwildsuche wichtige Unterstützung geleistet. Die Gespanne wurden in der Pufferzone tätig, um in Erfahrung zu bringen, ob sich die Seuche über die Kernzone hinaus ausbreitet. Beim Einsatz in der vorigen Woche habe man kein verendetes Schwarzwild gefunden.

Die Sorge, die Suchhunde könnten das ASP-Virus nach Schleswig-Holstein eintragen, besteht nicht. Mensch, Tier, Gerätschaften und Fahrzeuge werden nach dem Einsatz im Seuchengebiet sehr sorgfältig gereinigt und desinfiziert.

Mehr über die Hundestaffel

Im Film

Spendenkonto

Die Hundestaffel ist gut ausgestattet mit Sauenschutzwesten für Hunde, Schutzhosen für Hundeführer sowie Ortungsgeräten für die Hunde. Auch ist im Fall des Seuchenausbruchs in Schleswig-Holstein weitere Unterstützung durch das Land Schleswig-Holstein zugesagt worden.

Dennoch benötigt die Hundestaffel bei Ihren einsetzen in Brandenburg für eine bessere Versorgung der Hunde einen Pkw-Anhänger, der nicht nur vier Ruheplätze für Hunde, sondern auch eine Stromversorgung zum Aufladen der Ortungsgeräte vorhält.

Ein Spendenkonto wurde vom Bauernverband Schleswig-Holstein eingerichtet.

IBAN: DE76 2169 0020 0105 8020 08

Verwendungszweck: ASP

Biosicherheitsmaßnahmen auf den landwirtschaftliche Betrieben prüfen

Da es voraussichtlich auf absehbare Zeit keinen Impfstoff gegen die ASP geben wird, bleibt für alle Betriebe nur eine konsequente Hygiene, um sich zu schützen. Beachten Sie die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung und sprechen Sie Ihren Tierarzt oder Ihr Veterinäramt darauf an! Das MELUND hat zudem ein Merkblatt für Schweinehalter erstellt, in dem die wesentlichen Dinge zusammengefasst sind.

Wichtige Aspekte sind dabei:

  • Der Personenverkehr innerhalb eines Schweinebestandes ist zu kontrollieren und auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Externer Fahrzeugverkehr sollte nach Möglichkeit die Betriebswege nicht kreuzen, um so eine Seuchenverschleppung zu verhindern.
  • Weiterhin ist die Einfriedung des Betriebsgeländes der Schweinehaltung notwendig, um das Eindringen von Wildschweinen zu verhindern. Insbesondere Freilandhaltungen müssen penibel auf doppelte Einzäunung achten und sich bereits jetzt Gedanken machen, wo die Schweine im Seuchenfall aufgestallt werden können.
  • Weiter ist zu beachten, dass die Kadaver in einem geschlossenen, fugendichten Behälter oder sonstigen geeigneten Einrichtungen, wie unter einer Bodenplatte oder in einem abschließbaren Raum gelagert werden. Die Kadaver sind gegen unbefugten Zugriff und gegen das Eindringen von Schadnagern mittels Container oder Haube zu sichern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des MELUND.

ASP-Risiko-Ampel

Die ASP-Risikoampel bietet Schweinehaltern die Möglichkeit, das Eintragsrisiko der ASP für den eigenen Betrieb einzuschätzen. Darüber hinaus soll die Ampel dabei unterstützen, ein betriebsindividuelles Biosicherheitskonzept zu erstellen.

Das Online-Tool wurde von der Universität Vechta mit weiteren Beteiligten erarbeitet. Sie finden die Webseite der ASP-Risikoampel hier.

Flyer des BMEL über Hygienemaßnahmen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat einen Flyer erstellt, um den Schweinehaltern schnell und einfach die wichtigsten Punkte der Hygienemaßnahmen auf einem Betrieb mit Schweinehaltung noch einmal zu veranschaulichen.

Den Flyer "Schutz vor Tierseuchen - was Landwirte tun können" finden Sie hier.

Checkliste für Schweinehalter

Zudem hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine Checkliste für Schweinehalter erstellt, mit der die Betriebsleiter das bestehende Biosicherheitskonzept in den eigenen Schweinehaltungen auf mögliche Lücken prüfen können. Besonderes Augenmerk gilt dabei insbesondere dem Lagerplatz für die Tierkörperbeseitigung.

Die Checkliste zur Vermeidung der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Schweine haltende Betriebe kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Informationen, was Landwirte vorbeugend tun können, sind auf der Webseite des MELUND.

Weitere Checklisten der Wirtschaft finden sie hier.

Neue EU-Vorgaben zur Bekämpfung der Schweinepest beschlossen

In einer Pressemeldung des BMEL vom 19.02.2021 hat Bundesministerin Julia Klöckner mitgeteilt, dass eine neue EU-Durchführungsverordnung zur Bekämpfung der Schweinepest verabschiedet wurde. Die Vorgaben sind Teil der EU-Tiergesundheitsverordnung VO 2016/429 zur Umsetzung des sogenannten „Animal Health Law“. Sie gelten ab dem 21. April 2021.

Der DBV hatte sich gemeinsam mit dem BMEL im Rahmen des europäischen Gesetzgebungsverfahrens intensiv eingebracht. Insbesondere ging es darum, dass das in Schleswig-Holstein eingeführte Verfahren zur Intensivierung der ASP-Früherkennung (ASP-Früherkennungsprogramm) auch in der neuen Durchführungsverordnung abzubilden. Dies war zunächst nicht vorgesehen. Nach den jüngsten Meldungen konnte dieses Ziel, wie auch einige andere Anliegen, erreicht werden.

Das ASP-Früherkennungsprogramm ist insbesondere deshalb von besonderer Bedeutung, weil es eine Ausnahmegenehmigung für die Verbringungen von Schweinen aus einem Betrieb, der in einem ASP-Restriktionsgebiet gelegen ist, ermöglicht.  Es stellt aber auch einen Teil der ASP-Vorsorgemaßnahmen dar.

Mehr zum ASP-Früherkennungsprogramm in Schleswig-Holstein und der Fördermöglichkeit bei Teilnahme bis zum 30.04.2021 erfahren Sie hier.

Programm der ASP-Früherkennung

Um im Seuchenfall das Verbringen von Schweinen zu erleichtern, wurde in Schleswig-Holstein das Verfahren zur Intensivierung der ASP-Früherkennung eingeführt. Es ermöglicht Schweinehaltern jetzt schon für den Seuchenfall vorzubeugen.

Im Falle des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen sieht die Schweinepest-Verordnung vor, dass das Verbringen von lebenden Schweinen aus betroffenen Regionen nur nach behördlicher Genehmigung und unter erschwerten Bedingungen möglich ist. Um im Seuchenfall das Verbringen von Schweinen zu erleichtern, wurde in Schleswig-Holstein das Verfahren zur Intensivierung der ASP-Früherkennung eingeführt. 

Durch die Teilnahme am Verfahren können Betriebe einen sogenannten „Status“ im Seuchenfall erlangen. Dieser ermöglicht ihnen das Verbringen von Schweinen aus dem Restriktionsgebiet unter erleichterten Bedingungen und ohne aufwendige und kostenintensive Blutuntersuchungen der zu verbringenden Einzeltiere.

Das Verfahren ist vor allem für schweinehaltende Betriebe interessant, die regelmäßig Schweine aus ihrem Bestand verbringen.

Betriebe, die am Verfahren teilnehmen möchten, sollten sich an ihr zuständiges Veterinäramt wenden.

Kostenübernahme bis zum 30.04.2021 - Untersuchungskosten der ASP-Früherkennung trägt der TSF

Zunächst war vorgesehen, dass die Kosten für die im Verfahren notwendigen Kontrollen und Untersuchungen die teilnehmenden Betriebe selbst zu tragen hatten. Nach den am 20.10.2020 veröffentlichten Richtlinien sind teilnehmende Betriebe berechtigt, für die im Rahmen des Früherkennungsprogramms anfallenden Untersuchungskosten Beihilfen aus Mitteln des TSF zu beantragen. Der Beihilfebetrag, der vom TSF erstattet wird, entspricht den Entgelten, die das Landeslabor Schleswig-Holstein (LSH) für die ASP-Untersuchungen erhebt. Bei pauschalierenden Landwirten gehört ist auch die gültige Mehrwertsteuer vom Beihilfebetrag umfasst.

Teilnahme bis zum 30.04.2021 vorausgesetzt

Die neuen Beihilfe-Richtlinien gelten aber nur begrenzt. Profitieren können daher nur diejenigen Tierhalter, die bis spätestens 30.04.2021 beim zuständigen Veterinäramt ihre Teilnahme an dem freiwilligen Verfahren schriftlich beantragt haben.

Der Beihilfeantrag auf Kostenerstattung kann gestellt werden, sobald man sich für die Teilnahme am freiwilligen ASP-Früherkennungsprogramm angemeldet und das zuständige Veterinäramt die erste Betriebskontrolle ohne Feststellung von Mängeln auf dem Betrieb durchgeführt hat. Das Antragsformular wird den teilnehmenden Betrieben dann unaufgefordert vom Tierseuchenfonds (TSF) zugesandt. Der Antrag  auf Beihilfeerstattung muss spätestens einen Monat nach Betriebskontrolle an den Tierseuchenfonds zurückgesandt werden. Sofern bei bereits teilnehmenden Betrieben die erfolgreiche Erstkontrolle schon durchgeführt wurde, wird der Tierseuchenfonds zeitnah schriftlich auf die teilnehmenden Betriebe zukommen. Andere ASP-Untersuchungen, z.B. solche, die vor dieser Betriebskontrolle durchgeführt wurden, sind nicht beihilfefähig.

Zeitraum der Kostenübernahme verlängert bis zum 31.12.2021

Der Zeitraum der Kostenübernahme des Tierseuchenfonds Schleswig-Holstein (TSF) für Untersuchungen auf das ASP-Virus, die im Rahmen der Teilnahme am ASP-Früherkennungsprogramm anfallen, wurde um sechs Monate bis zum 31.12.2021 verlängert.

Ergebnis intensiver Bemühungen 

Für eine Kostenübernahme durch den TSF hatte sich der Bauernverband Schleswig-Holstein e.V. eingesetzt, da ein solches Screening auch deutliche Vorteile in der Seuchenbekämpfung mit sich bringt. So erwarten wir, dass die Kostenübernahme die Akzeptanz unter den Schweinehaltern fördert und damit eine hohe Beteiligung erreicht werden kann. Gerade für die erhofften Erleichterungen bei den Exportmöglichkeiten durch eine Regionalisierung, wäre eine breite Umsetzung des Früherkennungsprogramms ein wichtiges Argument. Weiter offen ist, ob sich auch das Land Schleswig-Holstein an den Kosten beteiligt. Hierzu sind Gespräche bereits geführt worden. Eine abschließende Entscheidung steht noch aus. Der Bauernverband wird sich hierfür weiter stark machen. 

Vorteil bei Ertragsschadenversicherung - Selbstbehalt wird halbiert

Die R+V-Versicherung hat ihre Kunden der Ertragsschadenversicherung Schwein dazu motiviert, an einem ASP-Früherkennungsprogramm teilzunehmen, sofern es in ihren Regionen angeboten wird. Für Teilnehmer an diesen Verfahren, die darüber die Voraussetzung des Status „ASP-frei“ erhalten haben, wird im Fall des Schadensereignisses infolge eines ASP-Ausbruchs im Wildschweinebestand der vereinbarte Selbstbehalt (SB) halbiert, so die R+V in einem aktuellen Schreiben. Insofern scheinen auch die Versicherungen die Bedeutung des ASP-Früherkennungsprogramms erkannt zu haben. Wünschenswert wäre, wenn auch weitere Versicherungsanbieter diesem Schritt folgen würden.

3. Weitergehende Informationen

Im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP tauchen immer wieder Verständnisfragen auf, die wir hier zu beantworten versuchen.

Folgende Aspekte finden Sie hier erläutert:

Wenn Sie weitergehende Fragen haben oder Ihre Fragestellung hier nicht beantwortet wird, stehen Ihnen die Geschäftsstellen der Kreisbauernverbände für Rückfragen zur Verfügung.

Verbringungsmöglichkeiten im Falle eines Seuchenausbruchs

Bereits im Dezember 2017 wurde ein Muster-Krisenhandbuch der Fleischwirtschaft herausgegeben. Zwischenzeitlich liegt eine aktuell überarbeitete Fassung des Handbuchs vor. Dieses Handbuch soll u.a. den landwirtschaftlichen Schweinebetrieben die Möglichkeit geben, sich über die Herausforderungen eines Seuchenausbruchs rechtzeitig zu informieren und sich darauf einzustellen. Insbesondere dürfte für diese Betriebe interessant sein, welche Verbringungsmöglichkeiten im Falle eines Seuchenausbruchs noch bestehen.

Diese ergeben sich insbesondere aus den „Flowcharts“ am Ende des Handbuchs (Seite 37 ff.).

Das Muster-Krisenhandbuch finden Sie hier.

Weitere Krisenhandbücher der Wirtschaft finden sie hier.

Milchabholung im Falle des Seuchenausbruchs

Sämtliche Maßnahmen, die im Fall der Feststellung eines Ausbruchs der ASP bei Wildschweinen angeordnet werden, dienen der Vermeidung der Ausbreitung des Erregers im Wildtierbestand und einer weiteren Verbreitung des Erregers auf Hausschweine. Dennoch kann ein Ausbruch der ASP auch Auswirkungen auf die Betriebsabläufe von Milchviehbetrieben haben, insbesondere durch Schutzmaßnahmen der Schweinepest-Verordnung (SchwPestV), die im Fall eines Ausbruchs der ASP zur Anwendung kommen. Daher können Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung insbesondere gemischte Betriebe mit Rindern und Schweinen treffen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bauernverband Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem MELUND, der MEV und dem Genossenschaftsverband eine Maßnahmenübersicht ausgearbeitet, die auf die Situation für Milchviehbetriebe im Ausbruchsfall genauer eingeht. Diese Übersicht ist auch den Meiereien in Schleswig-Holstein zu Verfügung gestellt worden. 

Sie finden die Übersicht hier.

Arbeitnehmer informieren

Infoblatt für Saisonarbeitskräfte in mehreren Sprachen

Um ausländische Mitarbeiter bzw. Saisonkräfte über die Gefahren der ASP und die erforderlichen Vorsichts- und Hygienemaßahmen zu informieren, hat der DBV zusammen mit dem Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände sein ASP-Infoblatt überarbeitet undneu aufgelegt. Die eingefügten Piktogramme sollen zum einen die Aufmerksamkeit für den Inhalt des Schreibens wecken, zum anderen die wichtigsten Verhaltensregeln auf den ersten Blick erkenntlich machen.

Das ASP-Informationsblatt steht in den Sprachen Deutsch, Bulgarisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Ungarisch, Ukrainisch zur Verfügung und steht auf der DBV-Homepage zum Download bereit.

Keine Schweinefleischerzeugnisse wegwerfen

Die Ausbreitung der ASP über große Distanzen lässt darauf schließen, dass die Verbreitung des Virus mit großer Wahrscheinlichkeit auch durch den Menschen verursacht wurde.

Es wird daher eindringlich vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch aus betroffenen Gebieten gewarnt. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt haltbar, vor allem in Blut und Fleischprodukten. Eine Verschleppung des ASP-Virus kann daher über Speisereste erfolgen, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen.

 

Glück im Unglück im Dezember: Zollfahnder in Hessen konnten bei einer Fahrzeugkontrolle eines rumänischen Kleinlasters Fleischprodukte sicherstellen, die teilweise den ASP-Erreger enthielten. 

Zur Information ausländischer Arbeitskräfte sind zudem auch Merkblätter in unterschiedlichen Sprachen auf der Webseite des MELUND eingestellt.

Für den Menschen ist der Verzehr solcher Produkte völlig ungefährlich. Ein weiterer Eintrag der ASP in die Wildschweinpopulation, zum Beispiel durch unachtsam weggeworfene Speisereste, die das Virus enthalten, wäre aber fatal. Die Erfahrungen an der deutsch-polnischen Grenze zeigen auf, was für eine gewaltige Herausforderung die Bekämpfung der Tierseuche darstellt.

Erstattungsansprüche bei Ernte- und Nutzungsverboten

Bei Ausbruch der ASP in Schleswig-Holstein kann es zu einem Ernte- und Nutzungsverbot von land- und forstwirtschaftlichen Flächen kommen. In diesem Fall kommen Erstattungsmöglichkeiten der Flächeneigentümer und Besitzer in Betracht.

Nach dem Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG) steht dem Eigentümer oder Besitzer eines Grundstücks bei Beschränkung der Nutzung ein Erstattungsanspruch nach „den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften über die Inanspruchnahme als Nichtstörer“ zu.

Entschädigungsregelungen für Schleswig-Holstein weiter nicht in Sicht

Am 27.10.2020 hatte das Land Brandenburg eine Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der Entschädigung nach dem TierGesG veröffentlicht. Demnächst sollen erste Gelder an die betroffenen Landwirte fließen. Eine entsprechende Regelung liegt für Schleswig-Holstein noch nicht vor.

Im Austausch mit dem MELUND, den Kreisveterinären und dem Bauernverband wurde erörtert, dass mit dem Verweis auf die "landesrechtlichen Vorschriften über die Inanspruchnahme als Nichtstörer" die § 221 Landesverwaltungsgesetz (LVwG SH) in Verbindung mit § 223 LVwG SH gemeint sind. Dieser stellt einen echten Erstattungsanspruch dar. Es handelt sich also nicht um Beihilfen oder Leistungen des Tierseuchenfonds.

Im Rahmen der Berechnung der Anspruchshöhe dürften aber nicht nur "Deckungsbeiträge" relevant werden, wie vielfach in Pressemeldungen zu diesem Thema zu lesen war. Vielmehr wird auf den tatsächlich nachweisbaren Schaden bezogen auf die jeweilige Fläche, den jeweiligen Bewirtschaftungszeitpunkt und die Dauer der Einschränkung abzustellen sein.

Mittlerweile liegt auch ein Konzeptvorschlag für eine bundeseinheitliche Ausgestaltung von Verfahren zur Ermittlung von Entschädigungen für Nutzungsverbote oder -beschränkungen land- oder forstwirtschaftlicher Flächen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest vor. Dieses Konzept soll auf Bund-Länder-Ebene weiter diskutiert werden, um eine bundeseinheitliche Regelung zu erreichen. Die Ergebnisse dieser Gespräche dürften auch Einfluss auf die Entschädigungsregelungen für Schleswig-Holstein haben.

Mit Einzelfragen wenden Sie sich gern an die Geschäftsstellen der Kreisbauernverbände.

Nutzungsverbote von Getreide und Futterkomponenten - Regelungen zu Gras, Heu und Stroh

Im Hinblick auf den Einsatz Gras, Heu und Stroh im Falle des Ausbruchs der ASP bei Wildschweinen enthält die Schweinepest-Verordnung eine einschränkende Regelung für Schweinehaltungen. Danach darf Gras, Heu und Stroh, das im gefährdeten Gebiet gewonnen worden ist, nicht zur Verfütterung an oder als Einstreu oder Beschäftigungsmaterial für Schweine verwendet werden.

Die gesetzliche Vorgabe enthält aber auch eine Ausnahme. Gras, Heu und Stroh, welches früher als sechs Monate vor dem Ausbruch der ASP beim Wildschwein in einer betroffenen Region gewonnen worden ist und zudem noch vor der Verwendung mindestens für sechs Monate vor Wildschweinen sicher geschützt gelagert oder einer Hitzebehandlung unterzogen wurde, darf verwendet werden.

Einsatz nur bei Schweinen untersagt

Die Einschränkung für die Nutzung von Heu, Gras und Stroh bezieht sich lediglich auf die Verwendung bei Schweinen. Alle anderen Tiere dürfen mit diesen Komponenten weiterhin gefüttert werden. Alle nicht genannten Komponenten wie Mais und Getreide können uneingeschränkt weiter genutzt werden. Dies bedeutet aber auch, dass Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die für die Verwendung bei Schweinen bestimmt sind, vor Wildschweinen sicher gelagert werden sollten.

Die eingeschränkte Nutzbarkeit von Gras, Heu und Stroh gilt nur für den Fall des ASP-Auftretens beim Wildschwein. Im Falle eines Ausbruchs der ASP in einem Hausschweinebestand kommt diese Nutzungseinschränkung nicht zur Anwendung.

Anordnung für Restriktionszonen

Im Gesetzestext heißt es, dass die Anordnung im „gefährdeten Gebiet“ erfolgen kann. Die Nutzungseinschränkung für Gras, Heu und Stroh kann zudem durch entsprechende Anordnung der zuständigen Behörde auf die sogenannte Pufferzone ausgedehnt werden.

Diese räumlichen Begriffe beziehen sich auf die unterschiedlichen Gebiete, die im Falle eines ASP-Ausbruchs bei Wildschweinen eingerichtet werden (siehe hier).

Keine Einschränkungen bei Getreide

Der Einsatz von Getreide oder Futtermais in der Schweinehaltung unterliegt hingegen keinen gesetzlichen Einschränkungen. Von einer zunächst beabsichtigten Aufnahme von Getreide in gesetzliche Regelung der Schweinepest-Verordnung wurde abgesehen.

Dennoch sollte die Fütterung von Getreide aus einem gefährdeten Gebiet über hofeigene Futtermischanlagen unterbleiben, auch wenn es gesetzlich grundsätzlich zulässig ist. Ein solcher Schritt erscheint vor dem Hintergrund der betrieblichen Vorsorge sinnvoll, um diesem „hypothetischen Eintragsrisikos“ zu begegnen. Die ASP wird in allererster Linie durch direkten Kontakt mit infiziertem Material– vor allem Blut – übertragen. Dennoch sollten Landwirte mit Schweinehaltung und eigener Futtermittelproduktion durch betriebseigene Futtermischanlagen Getreide aus einem „gefährdeten Gebiet“ (weder von eigenen Flächen noch von Flächen Dritter) nicht für die hofeigene Futtermischanlage verwenden. Auch im Hinblick auf mögliche Erstattungsansprüche erscheint dies sinnvoll.

4. Informationen für Jägerinnen und Jäger in Schleswig-Holstein

Tierfundkataster (www.tierfund-kataster.de)

Alle Jägerinnen und Jäger, Landwirte, Forstleute und Erholungssuchende sind zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen:

Wildschweinkadaver sollten in jedem Fall dem zuständigen Veterinäramt oder über den Notruf gemeldet werden. Tote Wildschweine, die über die App des Tierfund-Katasters (www.tierfund-kataster.de) gemeldet werden, erreichen direkt das FLI und gehen von dort an das zuständige Veterinäramt. Ein Kadaver sollte in jedem Fall gesichert werden.

Das weitere Vorgehen sollte bei einem Fund mit dem Veterinäramt abgestimmt werden: Das ASP-Virus überlebt selbst im Schlamm eines Radkastens über 100 Tage – das Verbreitungsrisiko ist entsprechend groß. Ein Transport ist nur in dichten Spezialbehältern sicher. Kleidung, Schuhe und weitere Gegenstände sollten nach Kontakt mit verdächtigen Kadavern desinfiziert werden.

Bewegungsjagden auch in Corona-Zeiten erlaubt

Die Landesregierung ist der von mehreren Verbänden, darunter dem Landesjagdverband und dem Bauernverband Schleswig-Holstein, erhobenen Forderung nach Zulassung von Gesellschafts- und Bewegungsjagden in der neuen Corona-Verordnung nachgekommen. Zwar ist eine ausdrückliche Regelung dazu im Verordnungstext nicht enthalten. Aus der Begründung zur Verordnung ergibt sich aber eindeutig, dass die Jagd auf Schalenwild im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest und die Verminderung von Wildschäden in Land- und Forstwirtschaft der öffentlichen Sicherheit dient und deshalb unter die entsprechende Ausnahmevorschrift fällt.

Der Landesjagdverband, der Bauernverband, der Waldbesitzerverband, der Arbeitskreis Jagdgenossenschaften und Eigenjagden, die Landesforsten (AöR) und die Familienbetriebe Land und Forst in Schleswig-Holstein hatten mit einem Positionspapier die Landesregierung zu diesem Schritt aufgefordert. Hinweise und Empfehlungen für die Durchführung von Bewegungs- und Gesellschaftsjagden unter Corona-Bedingungen finden Sie auf der Webseite des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein e.V.

DBV und DJV rufen zur Bejagung auf

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Deutsche Bauernverband (DBV) halten es für notwendig, durch intensive Bejagung die Bestände von Wildschweinen weitestgehend zu reduzieren. Landwirte müssen die konsequente Bejagung von Schwarzwild mit Hilfe von hierfür angelegten Bejagungsschneisen unterstützen, hieß es in einer Pressemeldung vom 16.09.2020. Dies sei zur Vermeidung einer Ausbreitung der ASP in Deutschland erforderlich.

Bauernverband Schleswig-Holstein