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Foto: pixabay; Bearbeitung: Dierk Paasch

1. Allgemeine Informationen

Allgemeine Hintergrundinformationen zur Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in einem Fragen und Antworten-Katalog zusammengestellt.

Bundesinstitut bestätigt: Für den Menschen ungefährlich

Das ASP-Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar.

Daher ist auch der Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Tieren stammen, gesundheitlich unbedenklich.

Dies hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Pressemeldung bekannt gegeben. Darin heißt es: "Der Erreger der ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Weder vom direkten Kontakt mit kranken Tieren noch vom Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen, geht ein Risiko für die Gesundheit aus.“

Für weitergehende Informationen hat das BfR auf seiner Webseite Fragen und Antworten zur ASP zusammengestellt.

Entwicklung in Brandenburg

Am 18.09.2020 bestätigte das FLI weitere Fälle, sodass mittlerweile 13 ASP-Fälle in Brandenburg bestätigt worden sind. Nach vorliegenden Angaben sind alle infizierten Wildschweine im bisher ausgewiesenen “gefährdeten Gebiet” gefunden worden. Das Kerngebiet musste entsprechend ausgeweitet werden. 

Bereits am 15.09.2020 wurden weitere Wildschweine positiv getestet. Damit steht fest, dass der am 10.09.2020 wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße gefundene Wildschwein-Kadaver kein Einzelfall war und das Geschehen sich in der Wildschweinpopulation der Region bereits ausgebreitet hat.

Das Land Brandenburg verstärkt nun seine Bemühungen und hat für das Auffinden von toten Wildschweinen innerhalb des festgelegten Seuchengebietes (sogenannte Restriktionszone – bestehend aus Kerngebiet, gefährdeten Gebiet und Pufferzone) Aufwandsentschädigungen von bis zu 150 Euro pro Stück Fallwild ausgelobt.

Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung

Oberstes Ziel ist es, die Tierseuche auf ein möglichst kleines Gebiet einzudämmen.

In Brandenburg sind drei Landkreise betroffen: Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald. Die dort angeordneten Maßnahmen ergeben sich aus der Schweinepest-Verordnung. Dazu gehören insbesondere:

  • Absperrung eines bestimmten Gebietes mit einem Radius von circa 20 Kilometern
  • Jagdverbot für alle Tierarten, um möglicherweise infiziertes Schwarzwild nicht unnötig aufzuschrecken
  • Beschränkung/Verbot Nutzung landwirtschaftlicher Flächen, z.B. Ernteverbot von Mais
  • Intensive Fallwildsuche, Bergung und Beseitigung aller Wildschweinkadavern
  • Überprüfung der schweinehaltenden Betriebe hinsichtlich der Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen

Die konkreten Beschränkungen werden auf Ebene der regional zuständigen Behörden getroffen. Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Spendenaufruf: ASP-Schnüffler unterstützen!

Um den Fortgang der ASP einzugrenzen muss das verendete Wildschwein gefunden werden. In Zukunft werden ASP-Suchhunde-Teams für die Schwarzwild-Fallwildsuche eine wichtige Rolle übernehmen. In Schleswig-Holstein gibt es inzwischen mehrere Gespanne mit Suchhunden, die speziell dafür ausgebildet wurden. Der Bauernverband ruft  zur Unterstützung der schleswig-holsteinischen Hundestaffeln auf und hat ein Spendenkonto eingerichtet

IBAN: DE76 2169 0020 0105 8020 08

Verwendungszweck: ASP

Die ganze Meldung finden Sie hier.

Aufruf zur Bejagung

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Deutsche Bauernverband (DBV) halten es für notwendig, durch intensive Bejagung die Bestände von Wildschweinen weitestgehend zu reduzieren. Landwirte müssen die konsequente Bejagung von Schwarzwild mit Hilfe von hierfür angelegten Bejagungsschneisen unterstützen, heißt es in einer Pressemeldung vom 16.09.2020. Dies sei zur Vermeidung einer Ausbreitung der ASP in Deutschland erforderlich.

Weiter rufen beide Verbände Landwirte und Jäger zu erhöhter Wachsamkeit auf. Für die Meldung auffälliger und verendeter Wildschweine sollte auch die vom Deutschen Jagdverband entwickelte Tierfund-Kataster-App genutzt werden. Die gesamte Pressemeldung finden Sie hier.

Weitergehende Informationen zur ASP für Jägerinnen und Jäger finden Sie auf der Webseite des MELUND.

Durchführungsbeschlüsse der EU

Mit Durchführungsbeschluss (EU) 2020/1270 vom 11. September 2020 hat die EU-Kommission bestimmte vorläufige Maßnahmen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland beschlossen.

Die Aufnahme der festgelegten Restriktionsgebiete in den Durchführungsbeschluss 2014/709/EU wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Biosicherheitsmaßnahmen auf den landwirtschaftliche Betrieben prüfen

Da es voraussichtlich auf absehbare Zeit keinen Impfstoff gegen die ASP geben wird, bleibt für alle Betriebe nur eine konsequente Hygiene, um sich zu schützen. Beachten Sie die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung und sprechen Sie Ihren Tierarzt oder Ihr Veterinäramt darauf an! Das MELUND hat zudem ein Merkblatt für Schweinehalter erstellt, in dem die wesentlichen Dinge zusammengefasst sind.

Wichtige Aspekte sind dabei:

  • Der Personenverkehr innerhalb eines Schweinebestandes ist zu kontrollieren und auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Externer Fahrzeugverkehr sollte nach Möglichkeit die Betriebswege nicht kreuzen, um so eine Seuchenverschleppung zu verhindern.
  • Weiterhin ist die Einfriedung des Betriebsgeländes der Schweinehaltung notwendig, um das Eindringen von Wildschweinen zu verhindern. Insbesondere Freilandhaltungen müssen penibel auf doppelte Einzäunung achten und sich bereits jetzt Gedanken machen, wo die Schweine im Seuchenfall aufgestallt werden können.
  • Weiter ist zu beachten, dass die Kadaver in einem geschlossenen, fugendichten Behälter oder sonstigen geeigneten Einrichtungen, wie unter einer Bodenplatte oder in einem abschließbaren Raum gelagert werden. Die Kadaver sind gegen unbefugten Zugriff und gegen das Eindringen von Schadnagern mittels Container oder Haube zu sichern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des MELUND.

ASP-Risiko-Ampel

Die ASP-Risikoampel bietet Schweinehaltern die Möglichkeit, das Eintragsrisiko der ASP für den eigenen Betrieb einzuschätzen. Darüber hinaus soll die Ampel dabei unterstützen, ein betriebsindividuelles Biosicherheitskonzept zu erstellen.

Das Online-Tool wurde von der Universität Vechta mit weiteren Beteiligten erarbeitet. Sie finden die Webseite der ASP-Risikoampel hier.

Flyer des BMEL über Hygienemaßnahmen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat einen Flyer erstellt, um den Schweinehaltern schnell und einfach die wichtigsten Punkte der Hygienemaßnahmen auf einem Betrieb mit Schweinehaltung noch einmal zu veranschaulichen.

Den Flyer "Schutz vor Tierseuchen - was Landwirte tun können" finden Sie hier.

Checkliste für Schweinehalter

Zudem hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine Checkliste für Schweinehalter erstellt, mit der die Betriebsleiter das bestehende Biosicherheitskonzept in den eigenen Schweinehaltungen auf mögliche Lücken prüfen können. Besonderes Augenmerk gilt dabei insbesondere dem Lagerplatz für die Tierkörperbeseitigung.

Die Checkliste zur Vermeidung der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Schweine haltende Betriebe kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Informationen, was Landwirte vorbeugend tun können, sind auf der Webseite des MELUND.

Weitere Checklisten der Wirtschaft finden sie hier.

Programm der ASP-Früherkennung

Um im Seuchenfall das Verbringen von Schweinen zu erleichtern, wurde in Schleswig-Holstein das Verfahren zur Intensivierung der ASP-Früherkennung eingeführt. Es ermöglicht Schweinehaltern jetzt schon für den Seuchenfall vorzubeugen.

Durch die Teilnahme am Verfahren können Betriebe einen sogenannten „Status“ im Seuchenfall erlangen. Dieser ermöglicht ihnen das Verbringen von Schweinen aus dem Restriktionsgebiet unter erleichterten Bedingungen und ohne aufwendige und kostenintensive Blutuntersuchungen der zu verbringenden Einzeltiere.

Das Verfahren ist vor allem für schweinehaltende Betriebe interessant, die regelmäßig Schweine aus ihrem Bestand verbringen.

Betriebe, die am Verfahren teilnehmen möchten, sollten sich an ihr zuständiges Veterinäramt wenden.

3. Weitergehende Informationen

Im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP tauchen immer wieder Verständnisfragen auf, die wir hier zu beantworten versuchen.

Verbringungsmöglichkeiten im Falle eines Seuchenausbruchs

Bereits im Dezember 2017 wurde ein Muster-Krisenhandbuch der Fleischwirtschaft herausgegeben. Zwischenzeitlich liegt eine aktuell überarbeitete Fassung des Handbuchs vor. Dieses Handbuch soll u.a. den landwirtschaftlichen Schweinebetrieben die Möglichkeit geben, sich über die Herausforderungen eines Seuchenausbruchs rechtzeitig zu informieren und sich darauf einzustellen. Insbesondere dürfte für diese Betriebe interessant sein, welche Verbringungsmöglichkeiten im Falle eines Seuchenausbruchs noch bestehen.

Diese ergeben sich insbesondere aus den „Flowcharts“ am Ende des Handbuchs (Seite 37 ff.).

Das Muster-Krisenhandbuch finden Sie hier.

Weitere Krisenhandbücher der Wirtschaft finden sie hier.

Milchabholung im Falle des Seuchenausbruchs

Sämtliche Maßnahmen, die im Fall der Feststellung eines Ausbruchs der ASP bei Wildschweinen angeordnet werden, dienen der Vermeidung der Ausbreitung des Erregers im Wildtierbestand und einer weiteren Verbreitung des Erregers auf Hausschweine. Dennoch kann ein Ausbruch der ASP auch Auswirkungen auf die Betriebsabläufe von Milchviehbetrieben haben, insbesondere durch Schutzmaßnahmen der Schweinepest-Verordnung (SchwPestV), die im Fall eines Ausbruchs der ASP zur Anwendung kommen. Daher können Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung insbesondere gemischte Betriebe mit Rindern und Schweinen treffen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bauernverband Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem MELUND, der MEV und dem Genossenschaftsverband eine Maßnahmenübersicht ausgearbeitet, die auf die Situation für Milchviehbetriebe im Ausbruchsfall genauer eingeht. Diese Übersicht ist auch den Meiereien in Schleswig-Holstein zu Verfügung gestellt worden. 

Sie finden die Übersicht hier.

Arbeitnehmer informieren

Die Ausbreitung der ASP über große Distanzen lässt darauf schließen, dass die Verbreitung des Virus mit großer Wahrscheinlichkeit auch durch den Menschen verursacht wurde.

Es wird daher eindringlich vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch aus betroffenen Gebieten gewarnt. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt haltbar, vor allem in Blut und Fleischprodukten. Eine Verschleppung des ASP-Virus kann daher über Speisereste erfolgen, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen.

Um ein Fortschreiten der Ausbreitung zu verhindern, ist ein wichtiger Aspekt, die Arbeitnehmer aus den betroffenen Regionen Osteuropas (insbesondere Polen, Lettland, Litauen, Estland, Rumänien, Ungarn) darüber zu informieren, dass Lebensmittel vom Schwein, wie z.B. frisches Fleisch oder Rohwürste (wie Salami), zur Ausbreitung des Virus nach Deutschland beitragen können. Zur Information ausländischer Arbeitskräfte sind Merkblätter in unterschiedlichen Sprachen (siehe Graphik links) erstellt worden.

Diese finden Sie ebenfalls auf der Webseite des MELUND.

Bauernverband Schleswig-Holstein