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Foto: pixabay

Die Aviäre Influenza, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit. 

Am 15.10.2021 wurde bei einer Pfeifente auf der Hallig Süderoog (Kreis Nordfriesland) die hochpathogene Aviäre Influenza des Typs H5N1 nachgewiesen. Mittlerweile sind auch weitere Fälle bei Wildvögeln nachgewiesen worden, die ebenfalls auf der Hallig Süderoog gefunden wurden.

Allgemeine Hintergrundinformationen zur hochpathogenen aviären Influenza hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in einem Fragen und Antworten-Katalog zusammengestellt.

Weitere Informationen und Meldungen zum aktuellen Seuchengeschehen finden Sie nachfolgend.

1. Allgemeine Informationen

Man unterscheidet bei der aviären Influenza zwischen verschiedenen Subtypen, die in zwei Varianten einzuordnen sind, die geringpathogenen und die hochpathogenen Influenzaviren. Beide Varianten kommt natürlich bei wildlebenden Wasservögeln vor, wodurch sie immer wieder, auch zur Gefahr für Hausgeflügel wird. 

Geringpathogene Influenza (LPAIV)

Geringpathogene aviäre Influenzaviren (LPAIV) der Subtypen H5 und H7 verursachen bei Hausgeflügel, insbesondere bei Enten und Gänsen, kaum oder nur milde Krankheitssymptome.

Hochpathogene Influenza (HPAIV)

Die hochpathogenen Form (hochpathogene aviäre Influenzaviren, HPAIV) hingegen verläuft deutlich schwerer und zeigt sich dann klinisch als Geflügelpest. Geflügelpest ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen, die oft zum Tod des Tieres führen.

Aktuelle Meldungen aus Schleswig-Holstein

26.10.2021

Nach dem ersten Geflügelpestfall in Dithmarschen und weiteren Nachweisen des HPAI-Erregers vom Subtyp H5N1 bei verendeten Wildvögeln in Nordfriesland hat der Kreis Nordfriesland seine Allgemeinverfügung angepasst und das Aufstallgebiet erweitert. Wegen weiterer Einzelheiten verweisen wir auf die Verfügung des Kreises Nordfriesland. Diese finden Sie auf der Webseite des Kreises Nordfriesland.

Es ist zu erwarten, dass auch weitere Kreise an der Westküste ähnliche Maßnahmen erlassen.

Weitere Mittelungen zur Geflügelpest in Schleswig-Holstein können Sie lesen, wenn Sie auf Weiterlesen klicken.

Erster Fall der AI bei Hausgeflügel in SH

25.10.2021

Im Kreis Dithmarschen wurde am 23.10.2021 bei einer Geflügelhaltung das Virus der Geflügelpest vom Subtyp H5N1 amtlich festgestellt. Die Räumung des Gänsebestandes mit ca. 700 Tieren wurde eingeleitet.

Es wurden um den Standort in der Nähe der Elbemündung ein Sperr- und ein Beobachtungsgebiet nach der Geflügelpestverordnung ausgewiesen. Das Sperrgebiet umfasst Teilbereiche des westlichen Gebietes der Stadt Brunsbüttel sowie Teile der Gemeinde Neufeld. Im Beobachtungsgebiet liegen die angrenzenden Gebiete der Stadt Brunsbüttel und der Ämter Marne-Nordsee und St. Michaelisdonn. Nach offiziellen Angaben erstreckt sich das Beobachtungsgebiet auch in einen Teilbereich des Kreises Steinburg.

Für Einzelheiten verweisen wir auf die Pressemittelung des MELUND von heute

Erste Funde bei Wildvögeln an der Westküste

21.10.2021

Am 15.10.2021 hat der Kreis Nordfriesland darüber informiert, dass bei einer Pfeifente auf der Hallig Süderoog die hochpathogene Aviäre Influenza des Typs H5N1 nachgewiesen wurde. Mittlerweile sind auch weitere Fälle bei Wildvögel nachgewiesen worden, die ebenfalls auf der Hallig Süderoog tot aufgefunden wurden.

Der Kreis Nordfriesland hat aufgrund dessen eine Allgemeinverfügung erlassen. Wesentliche Maßnahmen sind die Aufstallung der Geflügelbestände auf der betroffenen Hallig und die Einschränkung von Geflügelausstellungen und –märkten. Die Allgemeinverfügung finden ist hier einzusehen: Externer Link.

Das zuständige Veterinäramt hat darauf hingewiesen, dass davon auszugehen ist, dass sich das Seuchengeschehen ausdehnen wird.

Geflügel haltende Betriebe sollten aufgrund dessen die Biosicherheitsmaßnahmen und die Einhaltung der Hygiene im Bereich der Geflügelhaltungen strikt beachten. Für die Überprüfung der betriebsindividuellen Maßnahmen kann die AI-Risikoampel genutzt werden nutzen. 

FLI aktualisiert seine Einschätzung - Risiko auf "hoch" heraufgestuft

21.10.2021

Das FLI hat seine Risikobewertung am 13.09.2021 aktualisiert. Das Risiko der Ausbreitung von HPAI H5-Viren in und durch die Wildvogelpopulationen innerhalb Deutschlands wurde vom FLI auf „hoch“ heraufgestuft.

Deutschland und Europa haben von Ende Oktober 2020 bis April 2021 das bisher größte Geflügelpestgeschehen erlebt. Auch über den Sommer hinweg habe es konstant Nachweise bei Wildvögeln vor allem in den nordischen Ländern Europas gegeben. Dies zeige, dass im Gegensatz zu früheren Ein-trägen das Geschehen nicht vollständig zum Erliegen gekommen sei, so das FLI.

Daher schätzt das FLI das Risiko eines erneuten Auftretens von HPAIV H5 in Europa und Deutschland im Laufe der Herbstmonate insgesamt als hoch ein und spricht die dringende Empfehlung aus, Überwachungsmaßnahmen hinsichtlich toter oder kranker Wildvögel weiter zu intensivieren und Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügelbetrieben erneut zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

Die komplette Risikoeinschätzung des FLI finden Sie hier.

 

Bundesinstitut bestätigt: Übertragung durch Lebensmittel unwahrscheinlich

23.02.2021

Eine Virusübertragung des Geflügelpest-Erregers H5N8 durch den Verzehr von Lebensmitteln vom Geflügel ist unwahrscheinlich.

Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gebe es bisher keine Belege, so das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) in seiner aktualisierten Mitteilung Nr. 007/2021 vom 23. Februar 2021 mit. Konkret heißt es dort: "Eine Übertragung des Erregers über Lebensmittel auf den Menschen ist nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand unwahrscheinlich."

Laut Presseberichten war es im Dezember 2020 erstmals zu Übertragungen des Subtyps H5N8 auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Geflügelfarm in Russland gekommen. Influenzaviren können beim Menschen Atemwegserkrankungen auslösen und werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektionen über die Luft übertragen. Fälle von Mensch-zu-Mensch-Übertragungen wurden nicht festgestellt. 

Der Verzehr von Geflügelprodukten gesundheitlich unbedenklich, sofern die allgemein gültigen Hygieneregeln im Umgang mit Geflügelprodukten vom Verbraucher beachtet werden (siehe auch Video des BfR).

Für weitergehende Informationen zur Vogelgrippe hat das BfR auf seiner Webseite Fragen und Antworten zusammengestellt.

Desinfektionshinweise im Hinblick auf die Geflügelpest

21.10.2021

Aufgrund der aktuellen Ereignisse möchten wir auf den korrekten Einsatz von Desinfektionsmitteln hinweisen. Zur Abwehr von Influenza–Viren sind nicht alle Desinfektionsmittel geeignet. Entscheidend ist der Einsatz eines Mittels, dass gegen „behüllte Viren“ wirkt, wie es der Erreger der Geflügelpest ist.

Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass die folgenden Hinweise keine einzelfallbezogene Beratung ersetzen können. Grundsätzlich sollte aber beachtet werden:

  • Bei Desinfektionswannen oder -matten für Schuhwerk vor dem Stalleingang ist es sinnvoll ein Mittel einzusetzen, welches über mehrere Tage stabil bleibt.
  • Achtung: nur die in der tagesaktuellen DVG-Desinfektionsmittelliste für die Tierhaltung aufgeführten Handelsprodukte sind tatsächlich DVG-gelistet und sollten verwendet werden.
  • Die Einwirkzeiten und die weiteren Hinweise der DVG zu geprüften Desinfektionsmitteln für den Einsatz in der Tierhaltung sind zu beachten.
  • Die zu desinfizierenden Gegenstände (sowohl Schuhwerk als auch Stalleinrichtung) sind vor der Desinfektion zu reinigen.
  • Desinfektionsmittel sind hoch konzentrierte Chemikalien! Entsprechend sorgsam sollte der Umgang gehandhabt werden. Wir raten beim Umgang zum Einsatz von Handschuhen und Schutzbrille.

Bei niedrigen Temperaturen ist weiter zu beachten:

  • Aldehydhaltige Desinfektionsmittel und Desinfektionsmittel auf Basis organischer Säuren (Ausnahme Peressigsäure) sollten aufgrund ihres Wirkungsverlustes nicht bei kühlen Temperaturen unter 10°C verwendet werden, sofern keine DVG-Listung für niedrigere Temperaturen (4°C) vorliegt.
  • Produkte auf Basis von Peressigssäure sind wirksam, sie haben aber nur eine kurze Haltbarkeit (ca. 8 Stunden), da Peressigsäure schnell zerfällt. Das macht den häufigen Austausch des Mittels in Desinfektionswannen erforderlich.
  • Eine längere Stabilität der Mittel ist bei Produkten auf Basis von Ameisensäure gegeben. Durch Kombination von organischen Säuren (z.B. Ameisensäure mit Frostschutzmittel) ist deren Wirksamkeit auch bei Temperaturen bis -10 °C möglich (siehe DVG-Listung).
  • Die Konzentration der Mittel ist ggf. zu erhöhen, um die gewünschte Wirksamkeit bei niedrigen Temperaturen zu erreichen.

Für die genauen Gebrauchskonzentrationen, Einwirkzeiten und Haltbarkeiten der Desinfektionsmittel sind die Produktinformationen des jeweiligen Herstellers zu beachten.

Bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln sind stets die produktspezifischen Anwendungs- sowie Entsorgungshinweise zu beachten. Im ökologischen Landbau sind nur bestimmte Wirkstoffe aufgrund des Nachhaltigkeitsgedanken zugelassen. Achten Sie auf die Angaben in der Liste und erkundigen Sie sich beim Hersteller.

Im Eintritt des Seuchenfalls auf dem eigenen Betrieb wird der Mitteleinsatz und die Mindestkonzentration vom Veterinäramt vorgeschrieben.

 

HINWEIS: Die vorgenannten Hinweise wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Eine Gewähr für deren Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Eine Haftung für Fehler oder Auslassungen wird nicht übernommen. Die Nutzung der Hinweise erfolgt auf eigene Gefahr.

Informationen zur Vermarktung von Eiern aus Freilandhaltung bei andauernder Stallpflicht

21.10.2021

Aus einer möglichen Aufstallpflicht ergeben sich Einschränkungen für die Vermarktung der Eier aus Freilandhaltung. Nach den EU-Vorgaben zur Eiervermarktung muss die Vermarktung der Eier aus Freilandhaltung nach einer Frist von 16 Wochen ohne Auslauf angepasst und die danach erzeugten Eier aus Freilandhaltungen als „Eier aus Bodenhaltung“ deklariert werden. 

Die 16-Wochen-Frist ist dabei für jede Legehennen-Herde separat zu prüfen. Ein Freilandbetrieb, der während einer andauernden Stallpflicht neue Junghennen einstallt, kann seinen Freilandstatus für diese Herde für insgesamt 16 Wochen aufrechterhalten. Die übliche Eingewöhnungszeit ohne Freilandzugang ist dabei in diese 16 Wochen einzurechnen. 

Für eine rechtsverbindliche Auskunft zu Ihrem individuellen Standort und Ihrer individuellen Herde wenden Sie sich bitte an das Kreisveterinäramt!

Sie haben weitergehende Fragen zum Thema der Vermarktung von Eiern nach Ablauf der 16-Wochen-Frist?  Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Risiko-Ampel zur Prüfung der Biosicherheit nutzen

21.10.2021

Die Geflügelpest-Risikoampel bietet Geflügelhaltern die Möglichkeit, das Eintragsrisiko der Aviären Influenza für den eigenen Betrieb einzuschätzen. Darüber hinaus soll die Ampel dabei unterstützen, ein betriebsindividuelles Biosicherheitskonzept zu erstellen.

Das Online-Tool wurde von der Universität Vechta mit weiteren Beteiligten erarbeitet. Weiter zum Tool: hier.

Flyer des MELUND über Hygienemaßnahmen für Hobby- und Kleinsthaltungen

21.10.2021

Das MELUND hat einen Flyer erstellt, um den Hobby- und Kleinstgeflügelhalter schnell und einfach die wichtigsten Punkte der Hygienemaßnahmen für ihre Tiere mitzugeben.

Auch kleine Betriebe und Hobbyhaltungen können mit verschiedenen Mitteln einer Infektion vorbeugen und so ihre Tiere schützen. Dazu gehört, dass Futterstellen und Tränken sowie Futter, Einstreu und Werkzeug vor Wildvögeln geschützt gelagert werden und Geflügel nur Leitungswasser zu trinken bekommen. Halter sollten besondere Stallkleidung tragen und sie regelmäßig bei mindestens 60 Grad waschen.

Den Flyer des MELUND mit weiteren Tipps für Hobby- und Kleinstgeflügelhaltern finden Sie hier.

Hilfreiche Allgemeine Verhaltensregeln für Kleingeflügelhaltungen und Hobbyhaltungen sind ebenfalls auf der Webseite des MELUND zu finden.

Bauernverband Schleswig-Holstein