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Felix und Hans Schwartz im neuen Laufhof mit unmittelbar angrenzendem Grünland.

Junglandwirt Felix Schwartz aus Sörup in Angeln hat erst vor wenigen Monaten den Betrieb von seinem Vater Hans übernommen. Er war entschlossen, den elterlichen Betrieb fortzuführen, und es mussten hohe Investitionen getätigt werden, um die Landwirtschaft zukunftsfähig aufzustellen. Zunächst investierte er in die neue Kuhherde sowie den tierwohlkonformen Laufstall. Als nächstes sind zwei automatische Melksysteme, sogenannte Melkroboter, geplant. Felix sieht die Zukunft des Betriebs in der Milchproduktion. Die Grünlandflächen – Weiden für die Kühe und Mähflächen – liegen in unmittelbarer Nähe des Betriebs, wodurch eine effiziente Bewirtschaftung gut möglich ist. Vier Generationen ernährt der Betrieb ab dem kommenden Frühling: Dann gibt es Familiennachwuchs im Hause Schwartz. „Im Oktober 2020 haben wir eine neue Milchviehherde mit rund 80 Tieren gekauft, einen Freiluftbereich geschaffen, der der Haltungsform 3 für mehr Tierwohl entspricht, und in moderne Technik investiert. „Wir wollen, dass es unseren Kühen gut geht. Sobald das Wetter es zulässt, haben sie tagsüber freien Zugang zur großen Weide hinter dem neuen Laufstall“, erläutert der Junglandwirt. Aktuell plagen Felix und Seniorchef Hans Schwartz jedoch große Sorge: das geplante Naturschutzgebiet am Winderatter See. Rund 350 Hektar Acker- und Grünlandfläche könnten nach den Plänen von Umweltminister Tobias Goldschmidt mit Auflagen und Beschränkungen versehen werden, die zu einer Beeinträchtigung der bisherigen Nutzung führen würden. Felix Schwartz ist mit über 50 Prozent seiner Betriebsfläche von diesen Plänen betroffen. „Bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten ist häufig mit deutlichen Nutzungseinschränkungen zu rechnen“, erklärt Dr. Lennart Schmitt, stellvertretender Generalsekretär und Abteilungsleiter für Natur- und Umweltschutz beim Bauernverband SH. Für den Familienbetrieb Schwartz bedeuten die geplanten Maßnahmen, dass die Familie von dem landwirtschaftlichen Betrieb nicht mehr leben kann. „Wenn wir die Flächen nicht mehr vier- bis fünfmal jährlich mähen dürfen, haben wir nicht genug Futter für unsere Milchkühe“, so Felix Schwartz. „Dann müssten wir aufgeben, hätten einen enormen Schuldenberg durch die Investitionen. Die geplanten Melkroboter würden unwirtschaftlich, eine Stallerweiterung oder Betriebswachstum wäre in einem Naturschutzgebiet nicht möglich. „Wir wollen in mehr Tierwohl und Kuhkomfort investieren. Doch unsere Pläne lassen sich in dem geplanten Naturschutzgebiet nicht umsetzen.“

Bauernpräsident Klaus-Peter Lucht betont: „Unsere Landwirtinnen und Landwirte arbeiten aktiv im Natur-, Klima- und Artenschutz mit, aber es muss im Dialog stattfinden. Hier geht es um die Existenzgrundlage einer landwirtschaftlichen Familie, und bisher hat die Kommunikation gefehlt. Ebenso unverständlich ist es, dass im Jahr 2025 für rund 2.000 Hektar Ackerfläche, mit denen sich Landwirte im Vertragsnaturschutz einbringen wollten, die Fördermittel durch das Umweltministerium kurzfristig komplett gestrichen worden sind. Wir wünschen uns mehr Transparenz und Klarheit, damit Landwirtschaft und Naturschutz auch künftig gut miteinander funktionieren.“

Bauernverband Schleswig-Holstein