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Die Schließung des Schlachthofes Perleberg in Brandenburg verschärft die strukturelle Unterversorgung mit regionalen Schlachtkapazitäten im Norden weiter – die Landespolitik ist jetzt gefordert, aktiv gegenzusteuern und verlässliche Vermarktungswege für die Schweinehalter in Schleswig-Holstein sicherzustellen. Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes betont: „Mit der Aufgabe des Standorts Perleberg ist für die Bäuerinnen und Bauern in Schleswig-Holstein ein wichtiger Absatzweg weggefallen, der nun nicht mehr zur Verfügung steht. Die verbleibenden Kapazitäten im Norden reichen nicht aus, sodass zunehmend längere Transportwege notwendig werden. Tierwohlgerechte Transportzeiten werden damit konterkariert, ohne dass die Betriebe darauf Einflussmöglichkeiten haben.“ Die geografische Lage Schleswig-Holsteins mit dem Nadelöhr am Elbtunnel macht regionale Schlachtstätten dringend erforderlich, um kurze Transportwege sicherzustellen. Gesetzlich festgelegte Transportzeiten sowie Ver- und Abladevorgänge schränken die Flexibilität ein.

Der Bauernverband Schleswig-Holstein fordert daher vom Landwirtschaftsministerium (MLLEV) klare politische Zeichen: Es muss sich für den Erhalt des Standorts Perleberg einsetzen und ausreichende Schlachtkapazitäten sichern – etwa durch eine Ausweitung der Kapazitäten in Kellinghusen. „Nur so können die regionale Vermarktung gestärkt, die Lieferkettenstabilität gewährleistet und die zulässigen Transportzeiten auf Dauer eingehalten werden,“ so Klaus-Peter Lucht. „Nach dem klaren Bekenntnis zur Zukunft der Nutztierhaltung in Schleswig-Holstein im November 2025 muss das Land liefern – ohne den Erhalt der regional unverzichtbaren Schlachthofkapazitäten hat dieses Bekenntnis in Zukunft keinen Bestand.“

Hintergrund:

·   Schleswig-Holstein halten rund 480 Betriebe Schweine (Stand November 2025, Quelle Stat. Bundesamt). In 2015 lag die Zahl bei 900 Betrieben (vgl. ebd.)

·        Der Schweinemarkt in Deutschland befindet sich zum Jahresbeginn 2026 in einer wirtschaftlich angespannten Phase. Der Erzeugerpreis für Schlachtschweine ist in der vergangenen Woche erneut um 0,15 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gesunken => keine kostendeckende Produktion möglich, auch wegen höherer Transportkosten

·        Zentrale Ursache ist der Angebotsüberhang im nationalen und europäischen Markt sowie wachsende Importe von günstigerem Schweinefleisch aus anderen EU-Mitgliedstaaten. (Folge des ASP-Ausbruchs in Spanien im Jahr 2025, Verschiebungen innerhalb des europäischen Marktes)

·        Forderung: Erhalt des Standortes Perleberg, Ausbau der Kapazitäten in Kellinghusen und klares Bekenntnis zur Zukunft der Nutztierhaltung in Schleswig-Holstein.

Bauernverband Schleswig-Holstein